Wie läuft eine Mediation genau ab?

Am Beispiel einer Scheidungsmediation

Schritt 1: Nach einer ersten Kontaktaufnahme treffen wir uns gemeinsam am runden Tisch zu einem von mir geleiteten Gespräch. Sie erläutern mir eingangs je einzeln Ihre Sicht der Dinge und  teilen mir mit, was Sie in der Mediation erreichen wollen.

 

Schritt 2: Ich erläutere Ihnen den Ablauf, die Grundregeln der Mediation und  beantworte gerne alle Ihre Fragen auch juristischer Natur. Bei einer Scheidung erarbeite ich mit Ihnen anlässlich der ersten Sitzung -gestützt auf eine Situationsanalyse ihres Familiensystems am Flipchart- die freiwilligen wie auch die juristisch notwendig zu lösenden Themen. Wir klären, ob die Mediation für Sie in Frage kommt.

Schritt 3: Wir schliessen einen Mediationsvertrag. Darin sind Ihr Auftrag (Bspw. "Erarbeitung unserer Scheidungskonvention") die Regeln und Grundlagen des Vermittlungsverfahrens wie auch die Rechte und Pflichten aller Beteiligten in der Mediation schriftlich klar festgehalten. 

 

Schritt 4: Wir verhandeln daraufhin am runden Tisch  Lösungsoptionen zu den einzelnen Themen. Dabei werden Ihre individuellen Bedürfnisse & Interessen bei der Lösungsfindung berücksichtigt. Die  gefundenen Lösungsvorschläge werden auf die Umsetzung/Realisierbarkeit hin überprüft und solange angepasst, bis dass eine für alle Beteiligten akzeptable Lösung gefunden wird. Achtung: Je nach Thematik müssen gesetzliche Vorgaben eingehalten werden da ansonsten der Richter Ihre Scheidungspapiere nicht genehmigen kann! Darauf werde ich Sie hinweisen.

 

Schritt 5: Die in der Mediation gefundenen Lösungen werden durch mich in eine juristische Form zwecks Eingabe beim Gericht gegossen und mit Ihnen besprochen. Ich stelle Ihnen somit das komplette Gerichtsdossier zusammen, und bespreche mit Ihnen auch den Ablauf vor Gericht bis hin zur rechtskräftigen Scheidung. 

 

Schritt 6: Sie senden Ihr vorbereitetes Dossier -nach der Unterschriftssitzung- direkt an das zuständige Gericht und gehen vorbereitet mit einer gemeinsamen Lösung vor Gericht!

 

Vorteile einer Mediationslösung

Sie reichen dem Gericht  "Ihre" Scheidungsvereinbarung ein, hinter welcher Sie beide voll und ganz stehen können, da Sie die einzelnen Punkte darin ja gemeinsam verhandelt und  einvernehmlich vereinbart haben. Oft ist der persönliche Kontakt (Bspw. als Eltern) nach einer Mediation zudem deutlich entspannter als zu Beginn des Prozesses. Gemeinsam Erarbeitetes verbindet!

 

----------------------------------------------------------------------------------

 

Achtung! Lassen Sie sich vom obgenannten, theoretischen Phasenmodell nicht zu sehr beeindrucken. Sie werden bald merken, dass in der Praxis die einzelnen Schritte "wie von selbst" geschehen, und des Öfteren direkt ineinander übergehen! Zudem ist es meine Aufgabe Sie dabei aktiv zu unterstützen und den Prozess zu leiten. Meiner Erfahrung zufolge werden bereits nach kurzer Zeit erste Lösungsoptionen auf dem Tisch liegen, welche dann auf Ihre gemeinsame Akzeptanz und Machbarkeit überprüft werden können.

 

----------------------------------------------------------------------------------

 

 

Eine persönliche Empfehlung von mir zum Schluss:

Gemeinsame Elterliche Sorge bei eher *strittigen* Eltern:

Beim gemeinsamen elterlichen Sorgerecht bei jüngeren Kindern oder bei Kindern von eher strittigen Eltern, empfehle ich meist zusätzlich den Abschluss einer individuellen Elternvereinbarung, in welcher Sie Ihre  (zukünftigen!!) Rechte und Pflichten als Eltern detaillierter aushandeln und festlegen. Diese Zusatzvereinbarung "regelt" dann die Grundzüge Ihrer Elternschaft auch nach der Scheidung und beugt späteren Missverständnissen und Streitigkeiten im Bezug auf die Kinder vor.

 

 

 

 

 

 

 

"Suche nicht nach Fehlern,

         suche  nach Lösungen!"

                     Henry Ford (Autobauer)

 

 " Man löst keine Probleme, indem man sie

    auf  Eis legt"  Winston Churchill

 

 

 

 

 

 

 

Die Mediation ist ein gerichtlich* & behördlich anerkanntes, klar strukturiertes Verfahren zur Lösung von Konflikten !

* Artikel 213 - 218 der Schweizerischen Zivilprozessordnung, ZPO, SR 272